Guten und schlechte Tankstellen

Guten und schlechte Tankstellen

„Hinter jeder Sucht steckt eine Sehnsucht!“ – Diese Aussage zur Grundlage nehmend, beschäftigten sich 10 interessierte Schüler der 8. Jahrgangsstufe 2 Tage lang intensiv mit dem Thema Suchtentstehung. Das Gelernte gaben sie als Multiplikatoren an gleichaltrige Mitschüler weiter. Organisiert und durchgeführt wurde das Präventionsprogramm von Schulsozialarbeiter Jürgen Breunig und begleitet durch die Lehrkräfte Frau Däs und Frau Kolaschinski.

Im Zentrum des Programms steht die Sensibilisierung der Jugendlichen über die Mechanismen, die hinter Suchtverhalten stecken sowie die Stärkung der eigenen Lebenskompetenz. Dabei prüfen die Schüler im ersten Schritt, auf was sie selbst zurückgreifen, um mit Herausforderungen und Erwartungen im Lebensalltag umzugehen. „Was stärkt mich?“, „Was ist für mich hilfreich?“, „Was eher nicht?“ sind die entsprechenden Fragen in der persönlichen Auseinandersetzung. Es wurde klar, dass es darum geht, schwierige Gefühlslagen zu bewältigen und anderseits gute Gefühle zu erzeugen.

Bei der Veranschaulichung hilft den Schülern das Tankmodell. Ist unser innerer Tank – ähnlich wie bei einem Auto – mit richtigem Kraftstoff gefüllt, erleben wir Wohlbefinden, Anerkennung und Selbstbewusstsein. Eine gestärkte Persönlichkeit kann sich gut abgrenzen und sich dem Gruppendruck entziehen. Fühlt sich der Tank leer an, ist es wichtig, geeignete „Tankstellen“ aufzusuchen. Die Schüler benannten Familie, Freunde oder Hobbies als beste Möglichkeiten, ihren persönlichen Tank zu füllen. Dabei kamen auch Tankstellen zur Sprache, die zunächst als hilfreich erlebt werden, aber auf Dauer aber eher schaden. Auf der Spielkonsole zocken kann zwar zunächst bei schlechten Noten negative Gefühle durch momentanes Glücks ersetzen. Kann es aber zur langfristigen Lösung der schulischen Lage beitragen? Bleiben andere gute Tankstellen dauerhaft erhalten? Das Votum der Schüler lag klar bei „Nein!“. Anhand dieser Beispiele erkannten die Schüler, dass der Weg vom Genuss über missbräuchlichen Konsum zur Sucht oft ein kurzer ist.

Nach dem 2-tägigen Seminar auf Schloss Ebersberg in Auenwald besuchte die Gruppe im Anschluss die Caritas-Suchtberatungsstelle. Hier erhielten die Schüler einen detaillierten Einblick in die Arbeit einer Suchtberatungsstelle. Zudem informierte ein Betroffener über seinen Weg in die Sucht und aus ihr heraus

In einem weiteren Baustein erarbeiteten die Schüler Ideen, wie Mitschüler von ihrem Erfahrungsschatz profitieren können. Sie hielten sie Präsentationen in den 7. Klassen. Zum Abschluss des Programms konnten die Schüler – auch als Anerkennung für ihren Einsatz als Multiplikatoren – im Hochseilgarten ihren eigenen Tank füllen. Ermöglicht wird das Schülermultiplikatorenseminar durch die enge Kooperation der Schulsozialarbeit des Canisius-Hauses mit Prisca Hummel, der Suchtbeauftragten des Ostalbkreises.

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